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PV-Angebote für Endkunden schneller erstellen: Stückliste und Konfigurator

Ein PV-Angebot dauert selten lange, weil die Technik schwierig ist. Es dauert, weil jedes Mal dieselben Fragen neu beantwortet werden: Welcher Zähler gehört zu diesem Wechselrichter? Welches Material will der Netzbetreiber? Wie viele Meter Kabel? Wir haben 29 unserer eigenen Angebote mit Montage Position für Position verglichen. Daraus ist eine feste Stückliste geworden und eine Reihe von Prüfungen, die vor jedem Versand laufen. Beides beschreiben wir hier, dazu den Konfigurator im Shop, mit dem Sie einem Kunden in wenigen Minuten eine erste Größenordnung zeigen.

Die Stückliste: was in jedes PV-Angebot gehört

Module, Wechselrichter und Speicher vergisst niemand. Die Lücken entstehen beim Material dazwischen. In unseren 29 Angeboten tauchten diese Positionen fast immer auf:

  • Anschlusskasten DC mit Überspannungsableiter Typ 2 für 1.000 V: in 29 von 29 Angeboten
  • Stecker und Kleinmaterial: 29 von 29
  • Leitungsschutzschalter für den Wechselrichter: 29 von 29
  • Steuermaterial, das der Netzbetreiber verlangt: 29 von 29, und zwar je Netzbetreiber verschieden, etwa ein Keystone-Modul bei Netz Oberösterreich und ein Finder-Relais bei Netz Niederösterreich
  • Schutzrohr und Verrohrung: 28 von 29
  • Dachmontage je Modul: 28 von 29
  • AC-Verkabelung und Umbau im Zählerschrank: 27 von 29
  • Energiekabel vom Schaltschrank zum Wechselrichter: 26 von 29
  • DC-Kabel mit 6 mm² und Erdungskabel mit 16 mm²: 24 von 29

Zwei Dinge fielen beim Vergleich auf. Erstens rechneten unsere ersten Vorlagen mit dünnerem DC-Kabel und ganz ohne Erdungskabel, die tatsächlich gebauten Anlagen brauchten beides. Zweitens stehen Erdungsklemmen, Kabelbinder und Clips in keinem Angebot einzeln. Sie gehören in eine Pauschale für Kleinmaterial, sonst fehlen sie am Ende in der Kalkulation.

Positionen, deren Umfang Sie vorher nicht kennen, etwa ein Gerüst, schreiben wir als „nach Aufwand“ ins Angebot. Ein Betrag von null Euro liest sich für den Kunden wie „inklusive“. Wie Sie die Unterkonstruktion je Dachart wählen, steht im Artikel Unterkonstruktion. Die passenden Systeme finden Sie unter Unterkonstruktionen.

Drei Prüfungen vor dem Versand

Ein Angebot mit einem Speicher, den der Wechselrichter nicht erkennt, ist schlimmer als gar keines. Wir prüfen deshalb drei Dinge, bevor ein PDF entsteht. Gerechnet wird das per Programm, nicht im Kopf.

Strings bei Kälte und Hitze

Die Leerlaufspannung bei Kälte muss unter der maximalen DC-Spannung des Wechselrichters liegen. Die MPP-Spannung muss bei Kälte unter der oberen und bei 70 °C Zelltemperatur über der unteren Grenze des MPP-Trackers bleiben. Als Mindesttemperatur setzen wir −10 °C an, in Alpenlagen −20 °C. Passt eine Modulzahl nicht, schlägt das Werkzeug die nächste passende vor. Den Rechenweg zeigt der Artikel Strings auslegen.

Größe des Wechselrichters

Die AC-Leistung soll zwischen dem 0,7- und dem 1,1-fachen der Modulleistung in kWp liegen. Fällt der Wechselrichter aus diesem Bereich, erzeugt unser Werkzeug kein Angebot. Dasselbe gilt, wenn die Stringprüfung scheitert oder weniger als drei Viertel der geplanten Module auf das Dach passen.

Speicher und Zähler nur aus der Freigabeliste

Speicher und Smartmeter wählt das Werkzeug ausschließlich aus den Freigabelisten des Wechselrichterherstellers. Eine Kombination, die dort nicht steht, löst einen Fehler aus. Das klingt streng, verhindert aber genau die Fälle aus dem Artikel Fehlkombinationen: den falschen Zähler bei Huawei oder den LUNA2000 ohne Leistungsmodul. Welcher Zähler zu welchem Gerät gehört, sehen Sie in der Kollektion Smartmeter.

Der Konfigurator als schneller Einstieg

Viele Anfragen beginnen mit „Was kostet so eine Anlage ungefähr?“. Für diese Frage gibt es den PV-Richtpreis-Konfigurator. Sie geben die Adresse ein, dazu den Stromverbrauch, und wählen, ob Notstrom gewünscht ist und welcher Hersteller. Mit der Adresse fragt der Konfigurator im Hintergrund Daten zum Dach ab. Seit dem letzten Umbau dauert das im Mittel 1,25 Sekunden statt vorher rund vier. Das Land des Projekts setzt er aus der Adresse, damit Ertrag und Einspeisung zum Standort passen.

Heraus kommen eine Modulbelegung auf dem Luftbild, eine Stückliste, ein Richtpreis und eine Schätzung für Eigenversorgung und Ersparnis. Der Ertrag stammt aus PVGIS, dem Rechner der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU. Findet der Konfigurator kein Dach, rechnet er die Modulzahl aus dem Verbrauch und kennzeichnet das Dach als noch nicht vermessen.

Für ein festes Angebot greifen Sie danach oft zu einem Komplettpaket. Das Deye-Komplettpaket und das Fronius-Komplettpaket bringen Wechselrichter, Speicher und Zubehör als abgestimmte Stückliste mit. Der Paketpreis liegt unter der Summe der Einzelteile. Alle Pakete stehen unter Komplettanlagen.

Aus der Praxis: die falsche Hausnummer

Bei einem unserer Angebote lieferte die automatische Adresssuche statt der Hausnummer 24 die Nummer 24b. Dort steht ein Gebäude mit Flachdach und 1,7° Neigung. Das Haus des Kunden hatte ein Walmdach. Erst eine Suche im Umkreis von 50 Metern fand das richtige Gebäude. Mit dessen Dachdaten fiel der Ertrag der Westfläche rund 8 % niedriger aus als mit den Angaben des Kunden. Wir haben die Abweichung im Angebot unter „Hinweise“ vermerkt und den Kunden bestätigen lassen, welches Haus gemeint ist.

Seitdem gilt: Die Adresssuche ist ein Vorschlag, kein Beleg. Ein Blick auf das Luftbild kostet eine Minute und erspart ein falsches Angebot. Ähnlich ist es beim Aufwand im Zählerschrank. Unser Richtwert liegt bei vier Stunden für die AC-Seite, bei einer Anlage wurden daraus 14 Stunden an drei Terminen. Ein Foto des Zählerschranks vor dem Angebot hilft, solche Fälle früher zu erkennen. Worauf es dort ankommt, steht im Artikel Zählerschrank.

Häufige Fragen

Was muss ich vom Kunden für ein PV-Angebot wissen?

Adresse, Jahresverbrauch, Dachart, ob Notstrom gewünscht ist, und ein Foto des Zählerschranks. Mit der Adresse lassen sich Dachfläche, Neigung und Ausrichtung vorab abschätzen.

Ist der Richtpreis aus dem Konfigurator verbindlich?

Nein. Er zeigt eine Größenordnung auf Basis von Luftbild und Standarddaten. Das verbindliche Angebot folgt nach Prüfung von Dach, Zählerschrank und Netzbetreiber.

Warum steht das Gerüst nur „nach Aufwand“ im Angebot?

Weil der Umfang vom Gebäude abhängt und vorher oft nicht feststeht. Ein Betrag von null Euro würde wie „inklusive“ gelesen.