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Unterkonstruktion je Dachart: Ziegel, Blech, Eternit, Flachdach

Die Unterkonstruktion ist der Teil der PV-Anlage, über den kaum jemand spricht, bis etwas nicht passt. Sie hält die Module 25 Jahre und länger bei Sturm und Schnee auf dem Dach und darf dabei die Dachhaut nicht beschädigen. Welche Teile Sie brauchen, entscheidet fast ausschließlich die Dacheindeckung. Wir gehen die vier häufigsten Fälle durch, jeweils mit den Teilen aus dem KENO-System, das wir am häufigsten verbauen, und mit den Grenzwerten, die KENO selbst angibt.

Der Aufbau ist überall ähnlich

Fast jede Aufdach-Unterkonstruktion besteht aus drei Ebenen. Unten sitzt die Befestigung am Dach: Dachhaken, Brücke, Stockschraube oder Ballast. Darauf liegen Aluminiumschienen, meist zwei je Modulreihe, quer zu den Sparren. Oben halten Mittel- und Endklemmen die Module an den Schienen. Schienen und Klemmen sind bei allen Dacharten fast gleich. Der Unterschied liegt in der untersten Ebene, und dort entstehen auch die meisten Fehler.

Unterkonstruktion für das Ziegeldach

Auf dem Ziegeldach wird der Dachhaken auf den Sparren geschraubt und unter dem Ziegel hindurch nach außen geführt. Der KENO Dachhaken K-12 ist dafür ein typisches Teil. Er ist laut Hersteller für Keramikziegel ausgelegt, besteht aus Stahl mit Zink-Magnesium-Beschichtung und lässt sich in der Höhe von 133 bis 177 mm verstellen. Die zweite Verstellung im Langloch gleicht aus, wenn der Sparren nicht genau dort liegt, wo der Ziegel es verlangt.

Für Biberschwanzziegel gibt es eigene Haken aus Edelstahl, etwa den K-44. Die flachen Biber liegen dichter und brechen leichter, ein Standardhaken passt dort oft nicht.

Zwei Dinge entscheiden über ein dichtes Dach. Erstens darf der Haken nicht auf dem darunterliegenden Ziegel aufliegen, sonst bricht dieser beim ersten Schneedruck. Deshalb wird der Ziegel an der Hakenstelle ausgeklinkt oder der Haken so eingestellt, dass Luft bleibt. Zweitens gehört jeder Haken in einen tragfähigen Sparren, nicht in die Lattung.

Unser Angebotswerkzeug rechnet bei Ziegeldächern mit einem Haken je Sparren und Schienenlinie und zwei Schrauben je Haken. Das ist eine Planungsannahme für das Mengengerüst. Die tatsächliche Hakenzahl richtet sich nach Wind- und Schneelast am Standort und nach den Vorgaben des Herstellers.

Unterkonstruktion für Blechdächer

Blech ist nicht gleich Blech. Drei Formen kommen häufig vor, und jede braucht ein eigenes Teil.

Trapezblech

Auf Trapezblech wird keine Schiene über Haken geführt, sondern eine kurze Aluminiumbrücke direkt auf die Hochsicken geschraubt. Die KENO K-14N ist 31 mm hoch und 330 mm lang und hat eine EPDM-Unterlage, die abdichtet und die Beschichtung schützt. KENO verlangt für solche Brückensysteme eine Blechstärke von mindestens 0,4 mm. Bei dünnerem Blech oder bei Sandwichpaneelen mit unbekanntem Aufbau sollten Sie vor der Planung beim Dachhersteller nachfragen, ob die Schrauben dort halten.

Stehfalz

Beim Stehfalzdach wird nicht gebohrt. Eine Klemme greift den Falz von der Seite. Der KENO K-24 für Blechfalzdächer ist laut Hersteller für Falzhöhen bis 15 mm ausgelegt. Höhere Falze brauchen ein anderes System. Messen Sie die Falzhöhe also vor der Bestellung, nicht auf dem Dach.

Stahlziegel

Blech in Ziegeloptik sieht aus wie ein Ziegeldach, verhält sich aber wie Blech. KENO bietet dafür eigene Kurzschienen wie die K-56 an. Laut Produktdaten gilt auch hier die Mindestblechdicke von 0,4 mm, dazu ein Abstand von mindestens 300 mm zur Dachkante.

Unterkonstruktion für Eternit und Wellplatten

Auf Faserzement-Wellplatten, im Alltag meist Eternit genannt, wird mit Stockschrauben gearbeitet. Sie haben unten ein Holzgewinde für die Pfette oder den Sparren und oben ein Maschinengewinde für einen Adapter, an dem die Schiene hängt. Gebohrt wird durch den Wellenberg, nicht durch das Tal, in dem das Wasser abläuft. Eine Dichtung unter der Mutter schließt das Loch.

Die KENO Doppelgewindeschraube K-17 ist so eine Stockschraube: 200 mm lang, Edelstahl, M10-Maschinengewinde, 65 mm Holzgewinde, Lieferung mit Dichtung und drei Muttern. In unseren Produktdaten listet KENO sie für Blechdächer. Eine ausdrückliche Freigabe für Faserzement steht dort nicht. Für Eternit-Dächer klären wir Schraubenlänge, Abdichtung und Sparrenlage deshalb im Einzelfall.

Wichtig vor jeder Montage auf alten Wellplatten: Faserzement aus älterer Produktion kann Asbest enthalten. Wer darin bohrt, setzt Fasern frei. Lassen Sie das Material vorher prüfen. Ist Asbest enthalten, gelten eigene Schutzvorschriften, und oft ist ein Tausch der Eindeckung der bessere Weg.

Unterkonstruktion für das Flachdach

Auf dem Flachdach wird meist nicht gebohrt. Die Module stehen aufgeständert in Reihen, gehalten von Gewicht statt Schrauben. Bei KENO heißt dieses System Ballastkonstruktion. Die Aluminiumschiene für Ballastkonstruktionen bildet zusammen mit den Ballaststützen der Reihe K-45 einen festen Neigungswinkel von 11 Grad. Für Membrandächer nennt KENO einen Mindestabstand von 1.000 mm zur Dachkante, weil der Wind am Rand am stärksten zieht. Für steilere Aufstellung gibt es Stahldreiecke mit 10 und 15 Grad.

Unter jedes Ballastteil gehört eine Schutzmatte, damit die Dachhaut nicht durchscheuert. Wie viel Ballast nötig ist, ergibt sich aus der Windlastberechnung für den Standort und das Gebäude. KENO schreibt in den Produktdaten ausdrücklich, dass die statische Berechnung beim Planer liegt. Prüfen Sie außerdem, ob das Dach das zusätzliche Gewicht tragen kann. Bei Leichtbaudächern ist das oft die eigentliche Grenze.

Wie weit die Reihen auseinanderstehen müssen, damit sie sich im Winter nicht verschatten, steht im Artikel Ausrichtung der PV-Anlage.

Aus der Praxis: Blech streut am stärksten

Wir haben die Kalkulationen unserer Angebote aus diesem Jahr ausgewertet. Bei Ziegel- und Eternitdächern lag der Aufwand für die Unterkonstruktion je Modul in 10 von 15 Kalkulationen auf genau demselben Wert. Bei Blechdächern schwankte er in Einzelfällen um mehr als das Dreifache, für Flachdächer gab es zu wenige Fälle für eine Aussage. Der Grund liegt in den Abschnitten oben: Ein Ziegeldach ist fast immer gleich aufgebaut. Beim Blech entscheiden Profil, Falzhöhe und Blechstärke, ob eine einfache Brücke reicht oder ein ganz anderes System nötig ist. Wir bitten deshalb bei Blechdächern immer um ein Foto mit Maßband am Profil. Das ganze Sortiment finden Sie unter Unterkonstruktionen.

Häufige Fragen

Welche Unterkonstruktion brauche ich für mein Dach?

Das entscheidet die Eindeckung: Dachhaken bei Ziegeln, Brücken bei Trapezblech, Falzklemmen bei Stehfalz, Stockschrauben bei Wellplatten und Ballast auf dem Flachdach. Schienen und Klemmen sind bei allen ähnlich.

Muss auf dem Flachdach gebohrt werden?

Nein, nicht zwingend. Ballastsysteme wie das von KENO halten die Module durch Gewicht. Dafür muss das Dach die Last tragen, und am Rand gilt ein Mindestabstand von 1.000 mm.

Kann ich auf einem alten Eternit-Dach eine PV-Anlage montieren?

Oft ja, mit Stockschrauben durch den Wellenberg. Vorher muss geklärt sein, ob die Platten Asbest enthalten und ob sie noch tragfähig sind.