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Optimierer und Wechselrichter: welche Kombinationen funktionieren

Optimierer und Wechselrichter müssen zusammenpassen, und das ist bei Optimierern strenger geregelt als bei Modulen. Ein Modul liefert Spannung und Strom, mehr nicht. Ein Optimierer dagegen regelt, misst und spricht mit dem Wechselrichter oder mit einer eigenen Steuereinheit. Ob die Kombination funktioniert, hängt deshalb vom System ab, nicht von der Steckerform. Dieser Artikel ordnet die Optimierer aus unserem Sortiment in zwei Gruppen, nennt die Grenzwerte, die Sie am Modul prüfen sollten, und zeigt einen Fall, in dem drei Optimierer eine Planung gerettet haben.

Zwei Arten von Optimierern

Die erste Gruppe gehört fest zu einem Wechselrichtersystem. SolarEdge und Huawei bauen Wechselrichter und Optimierer als ein System, das miteinander kommuniziert. Ein solcher Optimierer läuft nur mit den Wechselrichtern, die der Hersteller dafür nennt.

Die zweite Gruppe arbeitet an einem gewöhnlichen Strangwechselrichter. Dazu gehören der Tigo TS4-A-O und die Deye-Optimierer SUN-XL02. Der Wechselrichter sucht seinen MPP wie gewohnt, die Optimierer gleichen einzelne Module aus, die verschattet sind oder anders ausgerichtet. Hier ist die Liste der möglichen Partner viel länger.

Optimierer und Wechselrichter bei SolarEdge

Bei SolarEdge entscheidet die Baureihe des Optimierers, welcher Wechselrichter dazu passt. Die Typen für Hausdächer nehmen ein Modul auf, die Gewerbetypen P950 und S1200 bis zu zwei.

Der SolarEdge S500 ist laut Datenblatt für die Home-Wave-Wechselrichter einphasig, die dreiphasigen Home-Kurzstrang-Wechselrichter und die dreiphasigen SolarEdge-Geräte für 230/400 Volt vorgesehen. Strenger ist der SolarEdge S650A. Er läuft nur an den dreiphasigen Home Wave (SExxK-RW0TEBxN4) und Home Hub (SExxK-RWB48BFN4), und zwar ab Firmware 4.23. Je Strang verlangt SolarEdge mindestens 10 und höchstens 38 Optimierer, bei höchstens 11.250 Watt Dauerleistung je Strang.

Zwei Mischverbote stehen in den Datenblättern. S- und P-Serie dürfen bei neuen Anlagen nicht im selben Strang sitzen. Der S650A darf am selben Wechselrichter überhaupt nicht mit anderen Optimierern gemischt werden. Wer eine bestehende Anlage erweitert, prüft deshalb zuerst, welche Optimierer schon auf dem Dach sind.

Huawei: Optimierer nur für bestimmte Reihen

Der Huawei MERC-1300W-P ist laut Produktdaten mit den Reihen SUN2000-8 bis 20KTL-M2, 30 bis 40KTL-M3, 12 bis 25KTL-M5 und 50KTL-M3 freigegeben. Bei voller Bestückung gelten mindestens 8 und höchstens 25 Optimierer je Strang, am 50KTL-M3 höchstens 20. Je Strang sind bis zu 20.000 Watt zulässig, Module bis 800 Watt.

Auch Huawei kennt ein Mischverbot: Der MERC-1300W-P darf nicht zusammen mit den Modellen SUN2000-450W-P2 oder 600W-P unter demselben Controller laufen. Für Wechselrichter, die nicht auf dieser Liste stehen, haben wir keine Freigabe. Dort setzen wir den MERC nicht ein.

Tigo und Deye: Optimierer für jeden Strang?

Der Tigo TS4-A-O wird laut Tigo-Datenblatt mit Tausenden Wechselrichtermodellen von mehr als 50 Marken eingesetzt. Er verträgt Module bis 725 Watt, 16 Ampere MPP-Strom und 22 Ampere Kurzschlussstrom. Für die Überwachung auf Modulebene und die Schnellabschaltung braucht es zusätzlich den Tigo Access Point (TAP) und die Steuereinheit Cloud Connect Advanced (CCA). Für einige Hersteller führt Tigo eigene Kompatibilitätslisten. Für Sigenergy etwa steht dort der Energy Controller 10 kW, die Sigenergy-Geräte haben laut Tigo den Sender für die Schnellabschaltung bereits eingebaut.

Die Deye-Optimierer wie der Deye SUN-XL02-B nehmen bis 700 Watt, 80 Volt und 15 Ampere auf. Sie kommunizieren über die DC-Leitung selbst, ein zusätzliches Datenkabel ist nicht nötig. Für die Schnellabschaltung verlangt Deye einen Optimierer-Konzentrator. Eine Liste geprüfter Wechselrichter nennen unsere Herstellerunterlagen für die SUN-XL02 nicht. Hier prüfen Sie Spannung und Strom des Strangs gegen den Wechselrichter wie ohne Optimierer.

Die Grenzwerte am Modul

Ein Optimierer hat einen eigenen Eingang mit eigenen Grenzen. Drei Werte vergleichen Sie mit dem Moduldatenblatt: Leistung, Leerlaufspannung und Kurzschlussstrom. Die Leistung ist meist schnell geklärt. Der S500 ist für Module bis 500 Watt Nennleistung ausgelegt, der S650A bis 650 Watt. Bei Strom und Spannung wird es enger, weil heutige Module mit großen Zellen viel Strom liefern.

Ein Beispiel aus dem Sortiment: Das Gokin GK-3-54HGFDB-495M hat 15,08 Ampere Kurzschlussstrom. Der SolarEdge S500 erlaubt 15 Ampere. Das Modul liegt knapp darüber und passt formal nicht. Der Tigo TS4-A-O mit 22 Ampere nimmt es ohne Weiteres.

Bei der Spannung hilft dieselbe Kälterechnung wie beim Wechselrichter. Das Trina TSM-460NEG9R.28 hat 53,8 Volt Leerlaufspannung. Bei −20 Grad steigt sie auf 59,6 Volt. Der S500 erlaubt 60 Volt, das reicht knapp. Wie man die Spannung bei Kälte rechnet, steht im Artikel Modul trifft Wechselrichter.

Aus der Praxis: drei Module auf einem anderen Dach

Ein Kunde in Deutschland wollte 19 Module verbauen: 16 auf zwei Gauben, 3 auf dem Hauptdach mit anderer Ausrichtung. Dazu einen Sigenergy-Speicher mit Energy Controller 10 kW. Die naheliegende Idee, die drei Module als eigenen Strang zu führen, scheiterte an der Spannung. Drei Gokin-Module kommen bei 70 Grad Zelltemperatur auf 95,8 Volt MPP-Spannung. Der Energy Controller beginnt erst bei 160 Volt.

Die Lösung waren drei Tigo TS4-A-O auf den Modulen des Hauptdachs. Im Angebot hängen diese drei Module zusammen mit den acht Modulen einer Gaube an einem MPP-Tracker, die acht Module der zweiten Gaube am anderen. Bevor wir das angeboten haben, haben wir die Tigo-Liste für Sigenergy geprüft. Der Energy Controller 10 kW steht darauf.

Alle Optimierer finden Sie in der Kollektion Optimierer. Die Herstellerliste von Tigo für Sigenergy steht unter tigoenergy.com/partners/sigenergy.

Häufige Fragen

Kann ich SolarEdge-Optimierer an einem anderen Wechselrichter betreiben?

Nein. Die SolarEdge-Datenblätter nennen ausschließlich SolarEdge-Wechselrichter, eine Freigabe für andere Hersteller kennen wir nicht. Für Strangwechselrichter anderer Marken sind Optimierer wie der Tigo TS4-A-O gedacht.

Brauche ich für jedes Modul einen Optimierer?

Bei SolarEdge und Huawei gelten die Strangregeln des Herstellers, beim S650A etwa mindestens 10 Optimierer je Strang. Mit Tigo lassen sich auch nur einzelne Module ausstatten, etwa die verschatteten.

Darf ich verschiedene Optimierer mischen?

Meist nicht. SolarEdge verbietet das Mischen von S- und P-Serie im selben Strang, Huawei den MERC-1300W-P zusammen mit älteren Modellen am selben Controller.