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Monitoring-App für die PV-Anlage: FusionSolar, Solar.web, mySigen und Co. im Überblick

Die Monitoring-App ist für viele Kunden das Einzige, was sie von ihrer PV-Anlage täglich sehen. Dort steht, was das Dach heute erzeugt hat, wie voll der Speicher ist und ob gerade eingespeist wird. Für den Installateur ist sie mehr: Fernzugriff, Fehlermeldungen, Firmware-Updates, oft auch die Inbetriebnahme selbst. Jeder Hersteller hat dafür ein eigenes Portal, und die Wege dorthin unterscheiden sich. Hier steht, was die Hersteller aus unserem Sortiment anbieten und was dafür nötig ist. Die Angaben stammen aus unseren Produktdaten und den Herstellerunterlagen.

Was eine Monitoring-App leisten muss

Drei Dinge sollte jede Lösung können. Sie zeigt Erzeugung, Verbrauch, Einspeisung und Speicherstand, idealerweise im Tagesverlauf. Sie meldet Fehler, bevor der Kunde sie an der Stromrechnung bemerkt. Und sie gibt dem Installateur einen eigenen Zugang, über den er Einstellungen prüfen kann, ohne anzureisen.

Die Daten kommen immer vom Wechselrichter, manchmal über ein Zusatzteil. Verbrauch und Einspeisung kennt der Wechselrichter nur, wenn ein Zähler am Netzanschluss sitzt. Ohne ihn zeigt die App nur die Erzeugung. Welcher Zähler zu welchem Gerät passt, steht im Artikel Smartmeter für Wechselrichter.

Huawei: FusionSolar

Huawei nennt sein System FusionSolar. Beim Huawei SUN2000-8K-MAP0 laufen die Daten laut Produktbeschreibung über das eingebaute WLAN in die FusionSolar App, mit Energiefluss, Produktion und Batteriestatus.

Für Geräte ohne eigenes WLAN oder für mehrere Wechselrichter gibt es den Huawei Smart Dongle-WLAN-FE, Modell SDongleA-05. Er wird per USB angesteckt, verbindet sich über WLAN oder Fast Ethernet und überwacht bis zu zehn Wechselrichter. Wo das Haus-WLAN am Montageort schwach ist, ist das Netzwerkkabel die bessere Wahl. Das klärt man vor der Montage, nicht nach dem ersten Verbindungsabbruch.

Fronius: Solar.web

Bei Fronius heißt die Plattform Solar.web. Die Symo-Wechselrichter wie der Fronius Symo 3.7-3-M haben laut Produktdaten einen eingebauten Datalogger mit Webserver, dazu WLAN und Ethernet. Ein Zusatzteil fürs Monitoring braucht es dort nicht. Der Fronius Smart Meter liefert die Messwerte am Netzanschluss in dieselbe Plattform.

Eine Ausnahme kennen wir aus dem Smartmeter-Artikel: Die Light-Versionen des Symo haben keinen Datamanager eingebaut. Dort muss der Datamanager 2.0 nachgerüstet werden, sonst gibt es weder Zählerdaten noch Solar.web.

SMA: SMA Energy App und Sunny Portal

SMA bietet zwei Wege an. Laut Produktbeschreibung des SMA Sunny Boy 2.5 ist das Online-Monitoring über die SMA Energy App oder das Sunny Portal kostenlos. Dazu kommt SMA Smart Connected, ein automatischer Service, der die Anlagendaten laufend überwacht. Der Sunny Boy hat kein Display. Alles, was am Gerät eingestellt oder abgelesen wird, läuft über Smartphone, Tablet oder Laptop.

Sigenergy: mySigen

Bei Sigenergy ist die mySigen-App mehr als eine Anzeige. Der Installateur nimmt das System darüber in Betrieb und schaltet Funktionen frei, etwa den Modbus-TCP-Server für ein externes Energiemanagement. So steht es im Benutzerhandbuch für Installateure. Auch Service-Tickets an Sigenergy laufen über die App.

Gibt es am Aufstellort kein WLAN und kein Netzwerkkabel, hilft das Sigenergy Communication Module. Es wird per USB angeschlossen, nimmt eine Micro-SIM auf und überträgt die Daten über 2G, 3G oder 4G. Das ist bei Scheunen, Ferienhäusern oder abgesetzten Technikräumen oft der einfachere Weg.

FoxESS, Deye und die übrigen Hersteller

FoxESS nutzt FoxCloud 2.0. Laut Produktbeschreibung etwa der FoxESS P3 erfolgen Überwachung und Steuerung per Smartphone-App oder Web-Portal, mit einem eingebauten KI-Assistenten zur Systemverwaltung.

Deye-Hybridwechselrichter werden in der Praxis über das Solarman-Portal und einen Datenlogger ausgelesen. Hier gilt eine Vorsicht: Das Portal zeigt nicht immer, was im Gerät eingestellt ist. Ein Fall, in dem das Portal beim Batterieprotokoll den Wert 65535 anzeigte, steht im Artikel BMS-Kommunikation. Im Zweifel gilt das Display am Gerät. Wer eine Einstellung nur im Portal ändert, sollte danach am Gerät nachsehen, ob sie dort auch angekommen ist.

Für GoodWe und SolarEdge sprechen unsere Produktdaten nur allgemein von einer Monitoring-Plattform, ohne App-Namen. Deshalb nennen wir hier keinen. Die Herstellerseiten geben darüber Auskunft.

Aus der Praxis: Internetverbindung und Garantie bei Sigenergy

Ein Kunde wollte einen SigenStor ohne dauerhafte Internetverbindung betreiben und lokal über Modbus TCP steuern. Er fragte, ob die zehnjährige Garantie dann noch gilt. Wir haben die Garantiebedingungen gelesen. Die deutsche Herstellergarantie für den SigenStor vom 23. Jänner 2025 sagt auf Seite 2 bis 3: Ist das System länger als einen Monat offline, kann Sigenergy die zehn Jahre möglicherweise nicht einhalten. Fünf Jahre ab Inbetriebnahme gelten in jedem Fall.

Für Gateways und den Sigen Hybrid sind die Regeln noch strenger. Die Garantiebedingungen für Wechselrichtersysteme in Europa vom 6. Oktober 2025 verlangen für zehn Jahre eine Internetverbindung. Nach 90 Tagen Unterbrechung geht das Gerät in einen abgesicherten Betriebsmodus. Bei mehr als einem Jahr ohne Verbindung bleiben fünf Jahre Garantie.

Die Monitoring-App ist bei Sigenergy also kein Extra für Neugierige. Wer das Gerät offline lässt, setzt die Hälfte der Garantiezeit aufs Spiel. Deshalb planen wir die Verbindung mit, wie das Kabel zum Zähler. Liegt kein Netz am Aufstellort, kommt das Communication Module ins Angebot. Und bei der Inbetriebnahme gehört ein Blick in die App dazu: Kommen die Daten an, sind Zähler und Speicher sichtbar?

Häufige Fragen

Kostet die Monitoring-App etwas?

Für die hier genannten Hersteller nennen unsere Produktdaten keine Gebühr. Bei SMA steht ausdrücklich, dass das Online-Monitoring kostenlos ist.

Kann ich mehrere Wechselrichter in einer App sehen?

Bei Huawei überwacht der Smart Dongle-WLAN-FE bis zu zehn Wechselrichter. Sigenergy kann einen fremden Wechselrichter in mySigen anzeigen, wenn ein eigener Sensor dessen Leistung misst.

Was passiert, wenn die Anlage keine Internetverbindung hat?

Fernzugriff und Meldungen über die App fallen weg. Sigenergy-Gateways und der Sigen Hybrid gehen nach 90 Tagen in einen abgesicherten Betriebsmodus, und die Garantie kann von zehn auf fünf Jahre sinken.