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Firmware-Update am Wechselrichter: wann es nötig ist und wie es geht

Ein Firmware-Update am Wechselrichter macht niemand zum Vergnügen. Es kostet Zeit, und während es läuft, speist die Anlage nicht ein. Trotzdem ist es oft der kürzeste Weg zur Lösung: Der neue Speicher wird nicht erkannt, eine Funktion fehlt im Menü, die App zeigt seltsame Werte. Hier steht, wann ein Update nötig ist, wie es bei den Herstellern aus unserem Sortiment abläuft und was man vorher festhält. Die Angaben stammen aus den Handbüchern der Hersteller. Wo nur ein Forum etwas sagt, schreiben wir das dazu.

Wann ein Firmware-Update nötig ist

Es gibt drei typische Anlässe.

Der erste ist die Kompatibilität. Freigabelisten nennen nicht nur Geräte, sondern Mindeststände. Für den GoodWe GW10K-ET-20 gilt laut den Kompatibilitätsdaten im Shop: Lynx D G2 ab ARM 18 und DSP 06, BYD HVS und HVM ab ARM 11. SMA verlangt für den Sunny Boy Smart Energy Wechselrichter-Firmware ab 3.08.03.R, bei BYD zusätzlich BMU ab 3.23 und BMS ab 3.28. Ein Gerät mit älterem Stand erkennt den Speicher unter Umständen nicht, obwohl Kabel und Einstellung stimmen. Mehr dazu im Artikel BMS-Kommunikation.

Der zweite Anlass sind Funktionen. Im Deye-Handbuch steht bei mehreren Menüpunkten der Satz, dass die Funktion bei älteren Firmware-Ständen nicht verfügbar ist, etwa bei der Einstellung Backup Delay (gedruckte Seite 42). Bei Sigenergy setzt der Anschluss einer SG-Ready-Wärmepumpe laut Installateur-Handbuch der mySigen-App (Seite 71) eine Softwareversion voraus, die das zulässt.

Der dritte Anlass ist die Netzanmeldung. Der Netzbetreiber will ein Gerät mit gültigem Zertifikat. Für Deye-Geräte der Reihe SG04LP3 nennen Nutzer im herstellernahen Forum die Firmware 1150 (R25) als in Österreich zugelassenen Stand. Das ist keine Herstellerangabe. Fragen Sie im Zweifel vorher beim Netzbetreiber nach, wie im Artikel Netzanmeldung beschrieben.

Vorher festhalten

Bevor Sie etwas einspielen, notieren Sie den aktuellen Stand. Bei Deye steht er am Gerät unter Device Info, Version Info: HMI für das Display, MAIN für die Steuerplatine (Seite 44 im Handbuch). Machen Sie ein Foto davon. Wenn nach dem Update etwas anders läuft, ist das der Beleg.

Dazu gehört ein Blick auf die Batterie. Fronius schreibt in der Bedienungsanleitung des GEN24 zu Fremdbatterien: Bei veralteten Ständen kann es zu Inkompatibilitäten kommen. Die Reihenfolge ist dann festgelegt. Zuerst die Software der Batterie aktualisieren, danach die Firmware des Wechselrichters.

Fronius: per USB-Stick oder über die Benutzeroberfläche

Beim klassischen Fronius Symo läuft das Firmware-Update über einen USB-Stick. Die Bedienungsanleitung (Ausgabe 07/2019, Seiten 32 und 33) beschreibt den Ablauf:

  1. Die Update-Datei „froxxxxx.upd“ von der Fronius-Seite laden und auf die oberste Ebene des Sticks speichern. Der Stick darf keine versteckte Partition und keine Verschlüsselung haben.
  2. Stick im Datenkommunikationsbereich anstecken, im Setup-Menü USB und Software Update wählen.
  3. Die Gegenüberstellung von alter und neuer Version auf zwei Seiten mit Enter bestätigen.
  4. Warten. Das Display bleibt am Ende etwa eine Minute dunkel. Danach startet der Wechselrichter und speist wieder ein.

Die eigenen Einstellungen im Setup-Menü bleiben laut Fronius erhalten. Den Stick erst über „HW sicher entfernen“ abziehen. Für den Datamanager 2.0 gilt (Seite 18): Während des Updates blinkt die LED rot, und die Stromversorgung darf nicht unterbrochen werden. Leuchtet sie dauerhaft rot, ist das Update fehlgeschlagen.

Bei den GEN24-Hybriden wie dem Fronius Primo GEN24 5.0 Plus geht es ohne Stick. In der Benutzeroberfläche unter System, Update zieht man die Firmware-Datei in das Feld oder wählt sie aus. Die Dateien stellt Fronius auf den Produktseiten und in der Download-Suche bereit. So steht es in der Bedienungsanleitung des Symo GEN24. Dort finden sich auch zwei Beispiele, warum der Stand zählt: Der PV Point Comfort braucht Firmware 1.25.2 oder höher. Und die Solar API, über die Wallboxen und Energiemanager Daten lesen, ist bei Ständen über 1.14.x ab Werk ausgeschaltet. Bei einem Update übernimmt das Gerät die bisherige Einstellung. Wer aber ein neues Gerät mit einem Fremdgerät koppelt, muss die Schnittstelle im Menü selbst einschalten. Nur ein Fronius Wattpilot im Netz schaltet sie automatisch ein.

Sigenergy: über die mySigen-App

Bei Sigenergy läuft alles über die App. Der Installateur prüft unter Software-Aktualisierung, ob die Systemsoftware auf dem neuesten Stand ist, und spielt bei Bedarf die neue Version auf (Installateur-Handbuch, Seite 60). Das Handbuch spricht von der Systemsoftware, also auch vom Wechselrichter, etwa dem Sigenergy Energy Controller 10 kW. Die App selbst aktualisiert man unter Einstellungen, Info, Versionsupdate (Seite 104).

Voraussetzung ist eine Internetverbindung. Bei Sigenergy hängt daran sogar die Garantie, wie im Artikel Monitoring-App beschrieben. Wo am Aufstellort kein Netz liegt, hilft das Sigenergy Communication Module mit SIM-Karte.

Deye: Stand prüfen, Update mit dem Händler abstimmen

Für Deye beschreibt das Handbuch der SG05LP3-Reihe keinen Update-Ablauf, nur die Versionsanzeige. Den Weg nennen wir deshalb hier nicht. Wir klären jedes Deye-Update vorher mit dem Lieferanten und spielen nichts auf Verdacht ein. Das gilt besonders, wenn der Netzbetreiber einen bestimmten Stand verlangt.

Aus der Praxis: Erst den Stand, dann die Ursache

Ein Kunde mit einem Deye-Hybrid sah im Solarman-Portal beim Batterieprotokoll den Wert 65535. Den Fall haben wir im Artikel zur BMS-Kommunikation aufgeschrieben. Eine Herstellerangabe zu diesem Wert gibt es nicht. Die Firmware kam als Ursache in Frage, belegt war sie nicht. Deshalb haben wir nicht sofort ein Update empfohlen, sondern zuerst den Blick aufs Display: Zeigt das Gerät den richtigen Wert, liegt das Problem beim Auslesen. Für eine Anfrage bei Deye braucht es Modell, Seriennummer, HMI- und MAIN-Stand und einen Screenshot des Portals.

Die Lehre daraus: Ein Firmware-Update ist ein Werkzeug, keine Beschwörung. Wer den alten Stand nicht notiert hat, weiß hinterher nicht, ob das Update etwas geändert hat.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man ein Firmware-Update machen?

Einen festen Rhythmus nennen die Handbücher nicht. Nötig ist es, wenn eine Freigabeliste einen höheren Stand verlangt, eine Funktion fehlt oder der Hersteller einen Fehler behebt.

Gehen beim Update meine Einstellungen verloren?

Beim Fronius Symo bleiben die Einstellungen im Setup-Menü laut Bedienungsanleitung erhalten. Notieren Sie trotzdem vorher die wichtigsten Werte und den alten Firmware-Stand.

Darf ich während des Updates den Strom abschalten?

Nein. Fronius warnt ausdrücklich davor, die Stromversorgung während eines Updates zu unterbrechen. Warten Sie, bis der Wechselrichter wieder im Normalbetrieb ist.