Ein Wechselrichter meldet sich selten mit einem ganzen Satz. Er zeigt eine Nummer: F56 bei Deye, 2062 bei Huawei, 307 bei Fronius. Wer die Fehlercodes lesen kann, weiß in einer Minute, ob er zum Kunden fahren muss oder ob die Anlage sich selbst wieder fängt. Hier stehen die Codes, die in der Praxis am häufigsten auftauchen, jeweils mit der Seite im Herstellerhandbuch. Wir haben nur übernommen, was dort steht. Wo ein Handbuch keine Erklärung gibt, sagen wir das.
Drei Hersteller, drei Systeme
Jeder Hersteller zählt anders. Deye nummeriert seine Fehler mit einem F und zwei Ziffern. Huawei vergibt vierstellige Alarm-IDs und teilt sie in Schweregrade ein. Fronius ordnet seine Statuscodes beim klassischen Symo in Klassen, an denen man schon die Dringlichkeit ablesen kann.
Eines haben alle gemeinsam: Die Nummer allein reicht dem Hersteller-Support nicht. Huawei bittet im Handbuch des SUN2000-MAP0 (Issue 04, Anhang G, Seite 151) um Modell, Seriennummer, Softwareversion, Alarm-ID und eine kurze Beschreibung. Wer das vor dem Anruf notiert, spart sich den zweiten.
Deye: Fehlercodes mit F
Die Tabelle für die dreiphasigen Niedervolt-Hybride wie den Deye SUN-12K-SG05LP3-EU-SM2 steht im Deye-Handbuch auf den gedruckten Seiten 45 bis 48. Die Fehlerliste mit Uhrzeit findet man am Gerät unter Device Info, Fault Log (Seite 44). Dort steht auch der Firmware-Stand.
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F13 Working mode change: Erscheint, wenn Netztyp oder Frequenz geändert wurden oder die Batterie auf „No battery“ gestellt wurde. Ältere Firmware meldet F13 auch bei jedem Moduswechsel. Laut Handbuch verschwindet der Code meist von selbst.
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F24 DC insulation failure: Der Isolationswiderstand auf der PV-Seite ist zu niedrig. Das Handbuch nennt zwei Prüfungen: Verbindungen zwischen Modulen und Wechselrichter, und ob das Schutzleiterkabel des Geräts geerdet ist.
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F20 DC over current: Kann im Inselbetrieb auftreten, wenn der Wechselrichter mit einer großen Last anläuft. Abhilfe laut Deye: Last verringern.
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F56 DC busbar voltage too low: Die Batteriespannung ist zu niedrig. Die Batterie über PV oder Netz laden.
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F58 BMS communication fault: Die Verbindung zum Batteriemanagement ist abgerissen. Das Handbuch erwähnt, dass man die Abschaltung über den Punkt „BMS_Err-Stop“ deaktivieren kann. Wir raten davon ab, solange die Ursache nicht gefunden ist. Meist liegt sie bei Kabel, Buchse oder Protokoll, wie im Artikel BMS-Kommunikation beschrieben.
Bei F23 und F16 (Leckstrom) empfiehlt Deye, die Erdung der PV-Leitungen zu prüfen und das System zwei- bis dreimal neu zu starten. Bleibt der Fehler, ist der Händler oder Deye dran.
Huawei: vierstellige Alarm-IDs
Das Handbuch des Huawei SUN2000-8K-MAP0 verweist bei Alarmen auf ein eigenes Dokument, die Inverter Alarm Reference (Issue 09, November 2024). Die Seitenangaben beziehen sich auf dieses Dokument.
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2001 String Voltage High (Seite 2): Zu viele Module in Reihe, die Leerlaufspannung überschreitet die zulässige Eingangsspannung. Bei geschlossenem DC-Schalter die Strangauslegung prüfen. Wie man das bei Kälte rechnet, steht im Artikel Leerlaufspannung bei Kälte.
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2011 String Reverse Connection (Seite 16): Ein Strang ist verpolt. Huawei schreibt vor, zu warten, bis der Strangstrom unter 0,01 A fällt, und erst dann den DC-Schalter zu öffnen und umzuklemmen.
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2032 Grid Failure (Seite 23): Netzausfall, AC-Kabel getrennt oder AC-Schalter aus. Steht der Schalter auf Aus, nicht einfach einschalten, sondern zuerst die Impedanz von Gerät und Leitungen prüfen.
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2033 und 2034 Grid Undervoltage/Overvoltage (Seiten 24 und 25): Gelegentlich ist das ein Netzproblem, das sich selbst erledigt. Kommt die Meldung häufig, die Netzspannung messen. Schwellen dürfen nur mit Zustimmung des Netzbetreibers geändert werden.
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2062 Low Insulation Resistance (Seite 36): Kurzschluss zwischen PV-Feld und Erde oder feuchte Umgebung.
Bei 2062 hilft das Gerät mit. Laut MAP0-Handbuch (Kapitel 8.5, Seite 114) zeigt die FusionSolar-App die vermutete Fehlerstelle in Prozent der Stranglänge. Das Rechenbeispiel aus dem Handbuch: 14 Module, 34 Prozent, also liegt der Fehler bei Modul 4 oder einem Nachbarn. Die Genauigkeit gibt Huawei mit plus/minus einem Modul an.
Fronius: Statusklassen beim Symo und Solar.web beim GEN24
Für den klassischen Fronius Symo 6.0-3-M stehen die Codes in der Bedienungsanleitung (Ausgabe 07/2019) auf den Seiten 47 bis 51. Die Klasse verrät die Dringlichkeit:
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Klasse 1 und 3, etwa 102 (AC-Spannung zu hoch) oder 107 (AC-Netz nicht vorhanden): Meist kommt das vom Netz. Der Wechselrichter trennt, prüft und speist wieder ein.
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Klasse 4, etwa 301 (Überstrom AC) oder 303 (Übertemperatur): Teilweise braucht es einen Fronius-geschulten Servicetechniker. Bei Übertemperatur zuerst Lüftungsschlitze und Kühlkörper ausblasen.
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Klasse 5, etwa 502 (Isolationsfehler an den Solarmodulen) oder 509 (keine Einspeisung in den letzten 24 Stunden): Warnungen, die man am Display quittieren muss. Bei 509 nennt Fronius als erstes Beispiel Schnee auf den Modulen.
Wichtig ist der Hinweis auf Seite 48. Die Meldungen 306 (Power low) und 307 (DC low) erscheinen jeden Morgen und jeden Abend, weil die Sonne zu schwach ist. Ein Fehler steckt nicht dahinter.
Beim Hybridmodell GEN24, etwa dem Fronius Symo GEN24 8.0 Plus, ist das anders. Die Bedienungsanleitung listet im Kapitel „Statusmeldungen und Behebung“ nur einen Code: 1030 WSD Open. Er erscheint, wenn die Überspannungs-Schutzeinrichtung ausgelöst hat oder die Brücke am WSD-Eingang fehlt. Bei ausgelöster Schutzeinrichtung muss ein autorisierter Fachbetrieb das Gerät instand setzen. Alle übrigen Meldungen zeigen die Benutzeroberfläche unter System, Event Log und Fronius Solar.web, jeweils mit Beschreibung. Dazu kommt die Isolationswarnung 1083, deren Schwelle man im Menü einstellt.
Aus der Praxis: Wenn DC low auch mittags kommt
Morgens und abends ist DC low normal. Steht eine solche Meldung aber an einem sonnigen Mittag an einem einzelnen Strang, liegt es oft an der Auslegung, nicht am Gerät. In einem Fall aus Deutschland sollten drei Module auf dem Hauptdach einen eigenen Strang bilden. Bei 70 Grad Zelltemperatur hätten sie 95,8 Volt geliefert. Der Sigenergy Energy Controller startet erst bei 160 Volt. Wir haben das vor der Lieferung gerechnet und Optimierer eingeplant, beschrieben im Artikel Häufige Fehlkombinationen. Ein solcher Strang wäre nie angelaufen. Ob das Gerät dann eine Meldung zeigt oder nur still bleibt, ist herstellerabhängig. Am Ergebnis ändert das nichts.
Unsere Regel für alle Hersteller: Erst den Code im Handbuch nachschlagen, dann messen, dann tauschen. Und nie eine Schutzfunktion abschalten, nur damit die Meldung verschwindet.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Fehlercodes meines Wechselrichters?
Bei Deye im Menü Device Info unter Fault Log, bei Huawei in der FusionSolar-App unter Alarm, bei Fronius am Display oder in der Benutzeroberfläche unter Event Log sowie in Solar.web.
Sind 306 und 307 bei Fronius ein Defekt?
Nein. Laut Bedienungsanleitung treten Power low und DC low jeden Morgen und Abend wegen schwacher Sonneneinstrahlung auf. Erst wenn sie bei voller Sonne bleiben, lohnt die Suche.
Was soll ich dem Support schicken?
Modell, Seriennummer, Softwareversion, den Fehlercode und eine kurze Beschreibung, wann er auftritt. Ein Foto vom Display oder ein Screenshot der App hilft zusätzlich.