Warum immer weniger PV-Förderanträge bewilligt werden
Die Nachfrage nach Photovoltaik in Österreich ist ungebrochen hoch. Immer mehr Hausbesitzer, Unternehmen und Landwirte wollen auf Solarenergie setzen. Doch bei der EAG-Förderung – dem zentralen Förderinstrument des Bundes – häufen sich die Absagen. Viele Antragsteller gehen leer aus, obwohl sie alle Voraussetzungen erfüllen. Was steckt dahinter?
Das EAG-Fördersystem: Zwei Calls, begrenztes Budget
Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) bildet seit 2022 das Rückgrat der österreichischen PV-Förderung. Die Abwicklung erfolgt über die EAG-Abwicklungsstelle. Gefördert werden Photovoltaikanlagen über zwei Wege:
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Investitionszuschüsse für kleinere Anlagen (typisch bis ca. 20 kWp)
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Marktprämien für größere Anlagen (über 20 kWp)
Die Förderung läuft in sogenannten Fördercalls – mehrmals jährlich öffnet ein Zeitfenster, in dem Anträge gestellt werden können. Der Andrang ist jedes Mal enorm. Wer zu spät kommt oder kein Glück bei der Ticketziehung hat, geht leer aus.
Der 2. Fördercall 2026 lief vom 16. bis 30. Juni – mit Ticketziehung ab 16. Juni um 17:00 Uhr. Die Zuschlagserteilung erfolgte am 9. und 10. Juli 2026. Und auch dieser Call war innerhalb kürzester Zeit massiv überzeichnet. Innerhalb von 33 Sekunden war der Fördertopf leer. Von 28.000 Anträgen wurden nur 3.000 berücksichtigt. Also nur rund eine Anlage von 10 wird gefördert.
Das Kernproblem: Budget reicht bei Weitem nicht
Die Fördertöpfe des EAG sind gedeckelt. Das jährliche Budget wird im Voraus festgelegt und auf die Fördercalls aufgeteilt. Die tatsächliche Nachfrage übersteigt das verfügbare Budget jedoch um ein Vielfaches. Konkrete Folge:
- Nur ein Bruchteil der eingereichten Projekte erhält eine Förderzusage.
- Viele technisch einwandfreie und förderwürdige Projekte werden allein aus Budgetgründen abgelehnt.
- Die Schnelligkeit bei der Ticketziehung bestimmt de facto, wer eine Chance auf Förderung hat – nicht die Qualität des Projekts.
Für Antragsteller bedeutet das: Selbst wenn Sie alle technischen Voraussetzungen erfüllen, alle Unterlagen vollständig einreichen und Ihr Projekt perfekt vorbereiten – eine Förderzusage ist nicht garantiert. Das System ähnelt zunehmend einer Lotterie.
Es wird beworben, dass der Antrag beim nächsten Fördercall wieder eingereicht werden kann – nachdem dieses Mal 25.000 nicht zum Zug gekommen sind, werden diese zum Großteil beim nächsten Fördercall im Oktober zusätzlich zu den Neuanträgen eingereicht werden.
Eine Besserstellung oder Vorreihung gibt es nicht für Zweit- oder Drittantragsteller – die einfach nur Pech hatten.
Wer also im Frühjahr leer ausgegangen ist, weil er bei der Dateneingabe zu langsam war, weil er zum Beispiel das Captcha nicht lesen konnte oder über ein langsameres Internet verfügt, der hat real keine Chance mehr auf eine Förderung.
Was abgelehnte Antragsteller jetzt tun können
1. Auf den nächsten Fördercall vorbereiten
Der nächste Fördercall startet voraussichtlich im Oktober 2026. Wer teilnehmen möchte, sollte jetzt vorbereiten:
- Projekt planen und Angebot einholen
- Technische Unterlagen bereithalten
- Rechtzeitig ein Ticket ziehen (der frühe Zeitpunkt entscheidet!)
- Antrag vollständig und fehlerfrei einreichen
2. Landesförderungen prüfen
Neben der Bundesförderung gibt es in vielen Bundesländern eigene Förderprogramme. Diese sind oft weniger überlaufen und können eine Alternative oder Ergänzung sein. Informieren Sie sich bei Ihrem Bundesland:
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Niederösterreich: Eigene PV-Förderung über den NÖ Energie- und Umweltagentur
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Oberösterreich: OÖ Wohnbauförderung inklusive PV-Komponente, separate Speicherförderung, eigene Speicherförderung
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Wien, Steiermark, Kärnten, Salzburg: Jeweils landesspezifische Programme
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Gemeinden: Einige Gemeinden bieten zusätzliche Förderungen
3. Wirtschaftlichkeit auch ohne Förderung
Eine PV-Anlage rechnet sich auch ohne EAG-Förderung. Mit der Einspeisevergütung (Marktpreis Juni 2026: 6,772 ct/kWh laut OeMAG) und vor allem der Ersparnis beim Eigenverbrauch amortisiert sich eine gut dimensionierte Anlage mit Speicher in 10 bis 14 Jahren – auch ohne Investitionszuschuss. Entscheidend ist die Eigenverbrauchsquote: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den Strombezugspreis von aktuell 25–40 Cent (inkl. MwSt. und Netzgebühren). Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Anlage.
Entscheidend ist die Eigenverbrauchsquote: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den Strombezugspreis von aktuell 25–40 Cent (inkl. MwSt. und Netzgebühren). Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Anlage.
Das raten wir unseren Kunden
Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir: Verlassen Sie sich nicht auf die Förderzusage. Planen Sie Ihre PV-Anlage so, dass sie sich auch ohne Zuschuss trägt. Betrachten Sie eine allfällige Förderung als Bonus – nicht als Voraussetzung.
Konkret empfehlen wir:
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Jetzt planen und bestellen – je früher die Anlage läuft, desto früher sparen Sie Stromkosten
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Speicher einplanen – erhöht den Eigenverbrauch massiv und macht Sie unabhängiger
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Fördercall Oktober vorbereiten – Unterlagen bereithalten, Ticket am ersten Tag ziehen
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Landesförderungen prüfen – oft unterschätzt, manchmal ergiebiger als die Bundesförderung
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Alternativ: Komplettpaket ohne Förderung rechnen – die Zahlen gehen sich auch so aus
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Häufige Fragen zur PV-Förderung in Österreich
Wann ist der nächste EAG-Fördercall?
Der nächste Fördercall für Photovoltaik-Investitionszuschüsse wird voraussichtlich im Herbst 2026 stattfinden. Genaue Termine gibt die EAG-Abwicklungsstelle etwa 2–3 Wochen vorher bekannt. Folgen Sie der Website eag-abwicklungsstelle.at für aktuelle Ankündigungen.
Kann ich nach einer Ablehnung nochmals einreichen?
Ja. Abgelehnte Anträge können im nächsten Fördercall erneut eingereicht werden. Die Ablehnung hat keinen Einfluss auf den nächsten Versuch. Achten Sie darauf, dass Ihr Antrag vollständig und korrekt ist – formale Fehler führen oft zur Ablehnung, noch bevor das Budget geprüft wird.
Gibt es in Österreich eine Steuerbefreiung für PV-Anlagen?
Nein. Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keinen auf Photovoltaikanlagen. Hier gilt der reguläre Umsatzsteuersatz von 20 %. Eine Steuerbefreiung existiert nur für die Einnahmen aus der Einspeisung bis zu bestimmten Grenzen (steuerliche Kleinunternehmerregelung). Die finanzielle Entlastung kommt über die EAG-Förderung und vor allem die Einsparung beim Strombezug.
Was ist die Ticketziehung und wie funktioniert sie?
Die Schnelligkeit bei der Ticketziehung bestimmt den Einreichzeitpunkt Ihres Antrags. Am ersten Tag des Fördercalls um 17:00 Uhr können Sie online ein Ticket ziehen. Je früher Ihr Ticket, desto früher Ihr Einreichzeitpunkt – und da die Förderung nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip vergeben wird, entscheidet dieser Zeitpunkt maßgeblich über Erfolg oder Ablehnung.
Welche Landesförderungen gibt es zusätzlich?
Die Bundesländer haben eigene Förderprogramme – teils als Direktzuschüsse, teils als zinsgünstige Darlehen. Besonders aktiv sind Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark. Informieren Sie sich auf der Website Ihres Bundeslandes oder fragen Sie uns – wir helfen Ihnen, die für Sie passende Förderung zu finden.
Lohnt sich eine PV-Anlage 2026 überhaupt noch ohne Förderung?
Ja, eindeutig. Mit steigenden Strompreisen und der Möglichkeit, einen hohen Eigenverbrauchsanteil zu erreichen, amortisiert sich eine PV-Anlage mit Speicher in der Regel innerhalb von 10–14 Jahren – bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren. Die Ersparnis beim Strombezug ist der entscheidende Hebel, nicht die einmalige Förderung.
Fazit: Nicht auf die Förderung warten
Die österreichische PV-Förderung ist ein wichtiges Instrument – aber leider kein verlässliches. Die Budgets reichen nicht für alle, die Ticketziehung gleicht einer Lotterie, und immer mehr gut vorbereitete Antragsteller erhalten Absagen.
Unser Rat: Machen Sie Ihre PV-Planung nicht allein von der Förderung abhängig. Planen Sie einen Speicher für hohen Eigenverbrauch – die Strombezugs-Ersparnis ist Ihr größter Rendite-Treiber. Betrachten Sie eine allfällige EAG-Förderung als willkommenen Bonus, nicht als Bedingung. Und bereiten Sie sich rechtzeitig auf die Fördercalls vor.
Die nächsten Fördercalls kommen. Bereiten Sie sich jetzt vor, dann stehen Ihre Chancen im Herbst gut.
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Quellen:
– EAG-Abwicklungsstelle: Aktuelles und Förderkalender (eag-abwicklungsstelle.at), Stand Juli 2026
– OeMAG: Marktpreise und Förderinformationen (oem-ag.at), Stand Juni 2026
– Kommunalkredit Public Consulting: Umweltförderungen (umweltfoerderung.at)
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Fördervoraussetzungen, Budgets und Fristen können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an die EAG-Abwicklungsstelle oder Ihren Steuerberater.