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Wärmepumpe mit PV koppeln: SG-Ready und Schnittstellen

Eine Wärmepumpe mit PV zu kombinieren, ist für viele Bauherren der eigentliche Grund für die Solaranlage. Die Erwartung ist klar: Die Heizung soll mit eigenem Strom laufen. Von allein passiert das aber nur zufällig. Die Wärmepumpe richtet sich nach Außentemperatur und Heizkurve, nicht nach der Sonne. Damit sie Überschuss nutzt, braucht sie ein Signal von außen, und das muss der Wechselrichter oder ein Energiemanager liefern. Wie das geht, welche Schnittstelle dafür gedacht ist und wo die Grenzen liegen, zeigen wir hier an Geräten aus unserem Sortiment.

Was SG-Ready bedeutet

SG-Ready ist ein Label des Bundesverbands Wärmepumpe. Wärmepumpen mit diesem Label haben eine genormte Schnittstelle aus zwei Schaltkontakten, SG1 und SG2. Aus deren Stellung liest die Wärmepumpe ab, wie sie arbeiten soll.

Bei der neueren Schnittstelle 1.1 unterscheidet der Verband drei Zustände. Ist SG1 geschlossen, wird die Leistungsaufnahme begrenzt. Sind beide Kontakte offen, läuft die Wärmepumpe im Normalbetrieb. Ist nur SG2 geschlossen, arbeitet sie verstärkt und speichert Wärme. Die ältere Schnittstelle 1.0 kennt vier Zustände für verschiedene Tarif- und Nutzungsmodelle. Die Steuerspannung legt der Hersteller fest, laut Verband zwischen 3 und 250 Volt. Die Einzelheiten stehen beim Bundesverband Wärmepumpe.

Für PV ist der verstärkte Betrieb der entscheidende Zustand. Meldet die Anlage Überschuss, schließt der Wechselrichter SG2, und die Wärmepumpe hebt die Speichertemperatur an. Das Haus speichert dann Sonnenstrom als Wärme im Puffer oder im Estrich.

Wärmepumpe mit PV am Sigenergy Energy Controller

Am dreiphasigen Sigenergy Energy Controller gibt es zwei potentialfreie Ausgänge, DO1 und DO2. Laut Installationsanleitung sind sie für Schaltgeräte und Wärmepumpen vorgesehen und für ein Signal mit höchstens 12 Volt und 1 Ampere ausgelegt. Eine Wärmepumpe oder einen Heizstab direkt schalten dürfen sie also nicht. Sie geben nur das Signal an den SG-Ready-Eingang oder an ein Schütz.

In der mySigen App heißt die Funktion „DO benutzerdefiniert“. Dort gibt es einen Modus für SG-Ready-Wärmepumpen. Er startet bei PV-Überschuss oder in festen Zeitfenstern, bis zu drei Fenster mit einer Schwelle für den Ladestand der Batterie. Mindest- und Höchstlaufzeit lassen sich einstellen, damit der Verdichter nicht im Minutentakt an- und ausgeht. So beschreibt es die Sigenergy-Anwendungsnotiz zu SG-Ready.

Ohne Messung am Netzanschluss weiß der Energy Controller nichts vom Überschuss. Der Sigenergy Power Sensor gehört deshalb in jede solche Anlage. Wie man den richtigen Sensor wählt, steht im Artikel Smartmeter für Wechselrichter.

Die Grenze von SG-Ready

SG-Ready ist ein Schaltsignal, keine Leistungsvorgabe. Die Wärmepumpe erfährt, dass sie mehr arbeiten darf, aber nicht, wie viel Leistung gerade übrig ist. Bei 2 Kilowatt Überschuss und einer Wärmepumpe, die im verstärkten Betrieb mehr aufnimmt, zieht sie den Rest aus dem Netz oder aus der Batterie. Deshalb sind Mindestlaufzeit und Schwelle in der App wichtig. Wer die Schwelle zu niedrig setzt, heizt mit Netzstrom.

Manche Wärmepumpen und Energiemanager tauschen genauere Werte über Modbus aus. Das hängt vom Hersteller der Wärmepumpe ab und muss im Einzelfall in beiden Handbüchern stehen. Für die Kensol- und FoxAIR-Wärmepumpen in unserer Kollektion Wärmepumpen, etwa die Kensol by FoxAIR GL-15-3, liegt uns bisher kein Herstellerbeleg zu SG-Ready oder Modbus-Anbindung vor. Belegt ist dort nur die WLAN-Steuerung per App. Bevor Sie eine dieser Wärmepumpen an eine PV-Regelung koppeln, prüfen wir die Installationsanleitung mit Ihnen.

Warmwasser mit dem Heizstab

Für Warmwasser gibt es einen zweiten Weg, der den Überschuss genauer trifft: einen Heizstab mit stufenloser Leistungsregelung. Für Sigenergy hat my-PV die Geräte AC ELWA 2 und AC•THOR seit März 2025 offiziell freigegeben, laut Meldung von my-PV. Das my-PV-Gerät hängt im selben Heimnetz wie der Wechselrichter und liest den Überschuss dort ab. Als Ansteuerungsart wählt man „Sigenergy Manual“ und trägt die IP-Adresse des Wechselrichters ein. Diese Adresse muss fest vergeben sein, sonst verliert der Heizstab nach dem nächsten Neustart des Routers die Verbindung. Auch hier ist der Power Sensor am Netzanschluss Voraussetzung.

Soll zuerst die Batterie laden, empfiehlt my-PV als Zielwert der Regelung minus 150 Watt, sonst minus 50 Watt. Der Heizstab nimmt dann genau das, was übrig bleibt, vom kleinsten Überschuss bis zur vollen Leistung.

Aus der Praxis: Heizstab neben der Gastherme

Ein Kunde mit Gas-Brennwerttherme und Warmwasserspeicher plante einen Sigenergy-Speicher und wollte den Überschuss im Warmwasser nutzen. Wir haben drei Wege verglichen: den Schaltausgang am Energy Controller mit Schütz, den Lastabwurf-Ausgang am Gateway und einen my-PV-Heizstabregler. Der Schaltausgang hätte den Heizstab nur ein- und ausgeschaltet. Ob Sigenergy den SG-Ready-Modus für einen einfachen Heizstab freigibt, ist nicht dokumentiert, die Anwendungsnotiz nennt nur Wärmepumpen. Der Ausgang am Gateway schaltet Lasten ab, wenn der Speicher knapp wird, und regelt keinen Überschuss. Empfohlen haben wir deshalb den my-PV AC ELWA 2 über das Heimnetz.

Für das Zusammenspiel mit der Therme gilt allgemeine Fachpraxis, keine Herstellerangabe: Die Therme bekommt einen niedrigeren Sollwert als der Heizstab, etwa 50 Grad gegen 60 bis 65 Grad. Dann heizt der Heizstab mit Sonnenstrom, und die Therme springt nur an trüben Tagen ein.

Häufige Fragen

Hat jede Wärmepumpe einen SG-Ready-Eingang?

Nein. Nur Geräte mit dem Label des Bundesverbands Wärmepumpe haben die genormte Schnittstelle. Steht SG-Ready nicht im Datenblatt, fragen Sie beim Hersteller nach oder lassen Sie es uns prüfen.

Kann der Wechselrichter die Wärmepumpe direkt schalten?

Nein. Die Ausgänge am Sigenergy Energy Controller sind Signalkontakte mit höchstens 12 Volt und 1 Ampere. Sie steuern den SG-Ready-Eingang der Wärmepumpe oder ein Schütz, nie die Last selbst.

Wärmepumpe oder Heizstab: was nutzt den Überschuss besser?

Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom mehr Wärme, schaltet aber nur in Stufen. Der geregelte Heizstab folgt dem Überschuss genau, liefert je Kilowattstunde aber nur eine Kilowattstunde Wärme. Beides lässt sich kombinieren: die Wärmepumpe für die Heizung, den Heizstab für das Warmwasser im Sommer.